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ein Augenblick im Regen..

10.06.2010

 Das Leben geht doch manchmal merkwürdige Wege.. Um euch das leidige Ende eine leidigen Geschichte zu ersparen belasse ich es wohl besser bei den Worten "Es ist vorbei und es war ein Fehler".

Ich gehöre einfach nicht in diese Welt voller kleiner Häuser mit weißen Gartenzäunen und Bausparverträgen.. Das paradoxe ist: All die Jahre die ich mit John verbracht habe, habe ich doch genau das gedacht. Ich dachte immer dass wir wie Feuer und Wasser sind.. Er der Chaot und ich der ruhende Pol aus einer völlig fremden Galaxie der die Gradwanderung zwischen dem totalen Chaos und der behüteten Mittelschichtwelt versucht.. Und dabei habe ich gar nicht gemerkt dass ich längst Teil davon bin. All die Jahre die ich kritisiert habe dass er mich nicht an seinem Leben, eben seiner Welt teilhaben lässt und dann wache ich aus meinem Traum auf und stelle fest dass ich mich längst mitten drin  befinde.

Keine Frage.. es war nett mit "Ihm".. Sam war liebevoll, zuvorkommend, solide.. er hat mich auf Händen getragen und wir hätten mit Sicherheit den schönsten weißen Gartenzaun weit und breit gehabt aber mit jedem Tag habe ich gemerkt wie ein Stück von der Person die ich die letzten Jahre über geworden bin gestorben ist. Ich will leben. Ich will tanzen , ich will lachen und das machen wonach mir ist ohne ständig bedacht zu sein wer was denkt oder ob es nun besonders vernünftig ist was ich tue.. Versteht mich nicht falsch.. nichts gegen einen hübschen Gartenzaun und eine Hängematte im Garten.. aber das alles hat doch noch so viel Zeit!! Ich merke schon.. ich habe es mal wieder nicht bei "Es ist vorbei" belassen können..

Aber dieser eine Abend.. Sam und ich hatten uns gestritten.. eben weil ich kein Besitz bin.. ich möchte nicht wieder in einem Käfig sitzen und verhätschelt werden.. Abgeschotten von der grauen Welt da draußen.. ich will mitten drin sein! Und das konnte er einfach nicht verstehen..

Und dann war John da.. nur er und ich.. ein bisschen Wein.. meine Eltern waren nicht da und ich sollte auf den Hund aufpassen.. Ich hatte schon die Befürchtung dass der Abend mal wieder mehr als schleppend laufen würde aber.. mag sein dass es am Alkohol lag aber auf einmal war sie wieder da diese Spannung.. dieses Gefühl dass es nichts Falsches auf der Welt gibt, dass ich nur leben kann wenn ich in seinen Armen liege.. Und ich habe es einfach passieren lassen.. habe die ganzen letzten Monate des Kampfes, der Abwehr aufgegeben und mich das erste mal seit langem wieder lebendig gefühlt. Spätestens da war mir klar dass das Kapitel John noch lange nicht zu Ende geschrieben ist.. Man kann nicht entkommen wenn in jedem Winkel seines Ichs zahlreiche Wachen lauern die einen sofort wieder einfangen wenn man es versucht..

Also auf ein neues John.. 

Klar fragt ihr euch nun: Ist es besser geworden? Leidet sie schon wieder oder gibt er ihr eine Schonfrist??

Die Antwort? Ganz klar.. Er ist der alte geblieben.. In diesen paar wenigen Wochen flossen schon wieder viele Tränen und mein Stolz hat sich schon lange wieder aus dem Staub gemacht.. Einmal habe ich ihn mit einer anderen gesehen..

Klar, "Wir" haben beschlossen das sei ok.. Wir.. das heißt ich war einverstanden.. ich bin einverstanden. so viel also zu besagtem Stolz..

Vielleicht habe ich auch einfach nur resigniert.. aufgegeben.. ihn..die Beziehung.. in erster Linie aber micht selbst..

Und zwischen all dieser Resignation und dem stillen vor sich hin leiden, in der Annahme dass man zu schwach ist um dem jemals zu entfliehen, da steht auf einmal "er".

Ich war letztes Wochenende bei Rock am Ring.. hatte nur mäßig Lust.. das Line up versprach nicht viel und dann auch noch mit meinem Arbeitskollegen und seinem 16 Jährigen Sohn zusammen.. klingt nach wenig Spaß.. 

Und dann steht er da.. Abends, bei Kiss.. und macht ganz ungeniert immer weiter Fotos von meiner Freundin und mir.. Wir sind gut gelaunt, lachen, lassen die Jungs machen.. er spricht mich an.. 

"wo campt ihr denn?"

"A5"

"Wirklich?? wir auch! dann kommt doch später noch vorbei, dann können wir noch ne Runde nageln"

"Nageln?????"

"Ja.. keine Angst ist nichts anzügliches.. ist ein Trinkspiel"

An diesem Abend gingen wir nichtmehr zu ihnen aber auch wenn es sonst gar nicht meine Art ist habe ich ihn sofort nach seiner Nummer gefragt "falls wir doch noch vorbei kommen wollen"

Am Morgen habe ich ihm gleich eine SMS geschrieben dass wir es nichtmehr geschafft haben.. es folgte prompt eine neue Einladung.. Am Abend haben wir ihn wieder auf dem Festivalgelände getroffen.. bei Jan Delay.. man sah ihm an wie wenig Lust er darauf hatte aber er blieb dennoch bei uns.. und als das Konzert zu Ende war und meine Freundin sich verabschiedete ging ich noch mit zu seinem Camp.. wir haben so wahnsinnig viel gelacht und natürlich genagelt als ich mich gegen morgen verabschiedete schaute er mich an und fragte fast kindlich schüchtern ob er mich zumindest einmal kurz drücken dürfe.. scheiße natürlich darf er das! Nachdem er den ganzen Abend neben mir auf dem Sofa saß.. er und ich unsere Hände brav bei uns selbst im Schoß.. wie 2 schüchterne Schulkinder..

Ich konnte es kaum abwarten ihn wieder zu sehen.. zahlreiche SMS am Samstag vergingen bevor ich meine Freundin dazu bringen konnte ihn und seine Freunde im Partyzelt zu treffen.. Wir haben die ganze Nacht getanzt.. und dumm wie ich bin habe ich natürlich jeden Versuch mit mir zu tanzen von ihm ignoriert.. Ich war wohl einfach zu verwirrt von diesem völlig fremden Kerl der mir spätestens seit dem Abend nichtmehr aus dem Kopf gehen wollte..

Gegen Morgen haben wir uns verabschiedet.. schweren Herzens bin ich runter zu unserem Zelt gewandert.. eine gute Nacht SMS.. und voller Hoffnung dass ich ihn wiedersehen darf..

Als endlich der nächste Abend anbrach und wir zusammen richtung Gelände gingen setzte bei Rise against dann der Regen ein.. wir kauerten uns gemeinsam unter meinen Schirm auf den Asphalt.. ich kann euch nicht sagen über was wir geredet haben aber es war als ob sein Blick bis tief in mein Herz ging.. ich habe mich gefühlt als sei ich ein offenes Buch und als müsse ich mich krampfhaft bedecken damit er mir nicht mitten in die Seele schaut.. 

Aber wie das Leben so spielt, irgendwann kam der große Abschied..

"bis nächstes Jahr"..

"Ja.. bis nächstes Jahr.." 

Natürlich schickte ich ihm noch eine SMS dass ich es sehr sehr schön fand.. aber schon am nächsten Tag teilte er mir mit dass er leider eine Freundin habe.. Wir haben noch Kontakt (zumindest hoffe ich das, habe auf meine Mail von gestern noch keine Antwort aber immerhin hatte er sich gemeldet und meinte er würde sich freuen wenn ich schreiben würde..) aber es bleibt wohl einfach bei einer fixen Idee .. und ich bei John.. 

- Zumindest verdanke ich dir dass ich seit dem Moment unter meinem Regenschirm keine Sekunde mehr mit den quälenden Gedanken an John verbringen musste.. und allein dafür werde ich dir noch sehr lange dankbar sein..

 

10.6.10 23:35
 


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