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Stärke.

23.03.2010

 

Wenn man mich fragen würde wie "mein Mann" sein müsste, dann hätte ich vermutlich angefangen zu erzählen wie wichtig es ist sich geborgen zu fühlen, dass ich einen Mann brauche der mir das Gefühl gibt "beschützt" zu sein. Einen starken, männlichen eben, ganz in der "Schau mir in die Augen Kleines" Tradition.

Und eigentlich war John immer so Jemand für mich.. Ich dachte immer dass er mich leitet, er immer weis was zu tun ist und dass ich zu ihm aufblicken kann. Diese Momente wenn ich in seinen Armen lag und ich das Gefühl hatte dass selbst wenn die Welt jetzt untergehen würde, mir dort , in seinen Armen nichts passieren könnte.

Ich war Sonntag Abend bei ihm. Eigentlich hatte ich nicht wirklich Lust zu ihm zu fahren aber ich hatte Angst davor dass er wieder böse wird wenn ich nicht komme. Es ist verrückt.. wir sind nichtmehr zusammen und trotzdem habe ich das Gefühl dass er darüber entscheidet ob es mir gut geht nicht. Er hat meine Gefühlswelt nach wie vor in der Hand.. er muss nur zudrücken und ich merke wie ich keine Luft mehr bekomme.

Natürlich hat er wieder versucht sich mir zu nähern.. Und ich kann nicht leugnen dass es mir so gut tat.. so verboten gut. Er ist so stark und auf einmal war da wieder dieses trügerische Bonnie und Clyde Gefühl und es war egal ob er mir nicht gut tut, ob er mich langsam zu Grunde richtet. Lieber in seinen Armen sterben als ohne ihn zu leben.. Aber ich war stark. Ich habe ihm gesagt dass ich das nicht kann..

"John ich kann das so nicht"

"Wieso?"

Ich wusste nicht wie ich ihm das erklären soll.. ich habe ihm noch nichts von "Ihm" erzählt und habe es auch nicht vor.. nicht in so einer Situation.. dafür würde er mich hassen.. 

"Nicht "ohne" eben.. dabei habe ich kein gutes Gefühl mehr"

"Aber ich habe seit dem wirklich mit keiner anderen geschlafen oder so.. und ich würde dir das schon sagen, erst Recht wo du extra deswegen nen HIV Test gemacht hast"

"Ja John.. Aber, sei mir nicht böse nur.. ich glaube dir einfach nicht mehr alles.. das kann ich nicht"

Er hat mich in den Arm genommen und das Thema war erledigt.. Ich Weis ich hätte ihm einfach die Wahrheit sagen sollen.. Aber ich habe so schreckliche Angst davor.. Angst davor dass er mich dann mit seiner Verachtung erstickt.

Seit dem.. Ich denke wieder oft an ihn.., zu oft. Es ist doch immer wieder das Selbe.. Alles ist gut, ich fühle mich wohl und geborgen und kaum sehe ich John wieder , geht er mir nichtmehr aus dem Kopf.. sein Geruch, sein Körper.. Und doch. Ich bin mir sicher.. Es ist richtig so. Ich muss ihn vergessen.. es ist nicht John der diese Gefühle in mir auslöst sondern das trügerische Bild dass sich von ihm in meinem Kopf und Herz manifestiert hat. Ein Bild von Jemand der nicht mehr existiert und vermutlich niemals existiert hat. 

Es ist doch so.. all diese Stärke die ich mir so sehr an einem Mann wünsche zeichnet sich nicht dadurch aus dass es ihm gelingt alle Menschen in seiner Umgebung zu blenden. Es ist doch viel mehr als das "in den Arm" nehmen. Wieso fühle ich mich denn so sicher bei John wenn er mich sobald es schwierig wird fallen lässt? Wenn ich mich mit meinen Problemen ganz alleine auseinander setzen muss? Ich habe früher mal gesagt dass ich John dafür liebe dass wir zusammen gegen den Rest der Welt kämpfen. Aber so ist es nicht. Ich musste doch eigentlich immer meinen eigenen Kampf kämpfen. 

Jetzt ist da dieser neue Mann.. Er ist nicht so stark und autoritär wie John. Bei weitem nicht. Aber er ist real. Wir haben uns am Freitag gestritten. Das leidige Thema. Ich saß bei ihm auf der Couch und habe mich mal wieder so unglaublich Unwohl in meiner Haut gefühlt. Überall Fett Fett Fett und er daneben so dünn und zerbrechlich. Ich hätte nur heulen können und anstatt ihm das nett zu erklären zerstöre ich natürlich mal lieber alles.. Er hat mich dann nach Hause gefahren, geweint.. er war so lieb und trotzdem habe ich nur da gesessen und geschwiegen. Ich hätte nur ein Wort sagen müssen und die Welt wäre wieder in Ordnung gewesen aber ich konnte nicht. Da war einfach diese schreckliche Person die von meinem Körper Besitz ergriffen hat. Selbst auf seine SMS später konnte ich lange gar nicht antworten.. Ich habe den ganzen Abend runiniert. Habe dafür gesorgt dass er weint, dass es ihm scheiße geht und jede Hand die er mir gereicht hat weggeschlagen. Natürlich tat mir das Leid. nicht erst am nächsten Tag, nein eigentlich schon während ich das alles getan habe.

Am Samstag haben wir darüber geredet. ich habe ihm gesagt dass ich immer alles kaputtmachen muss.. das es leichter ist alles zu zerstören und mich dadurch zu schützen als mich den Problemen zu stellen und dass ich sowas vermutlich immer wieder machen werde. Seine Antwort SMS:

"Natürlich ist die Situation ziemlich kompliziert,aber das hält mich nicht davon ab mich den Dingen zu stellen!"

und:

"Ja, natürlich sollte es nicht so kompliziert sein.. Und das es alles momentan nicht so läuft, wie wir beide uns das vielleicht vorgestellt haben ist auch völlig klar- aber mir ist das relativ egal. Ich mag dich trotzdem sehr! Wenn du das alles hier nicht möchtest dann sags' einfach aber ansonsten werden wir das auch schon irgendwie hinbekommen!"

Und eines ist doch nun klar.. nicht er ist schwach.. ich bin es! Er gibt sich so unendliche Mühe.. Als wir eigentlich ins Kino wollten und er gemerkt hat dass ich nicht wirklich Lust habe stieg ich zu ihm ins Auto und er sagte nur

"also was jetzt.. Kino? oder Starlight Express?" 

Wir hatten einen so wunderschönen Abend.. er ist toll.. er ist stark. Er hat vielleicht nicht so eine starke Ausstrahlung wie John aber er wird mich nie alleine lassen. 

 

23.3.10 12:01
 


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